Europäische Stiftung für Urologie Heidelberg

Die Medizin des 21. Jahrhunderts wird zunehmend von gesellschaftspolitischen, insbesondere ökonomischen Rahmenbedingungen beeinflusst, die zu einer Integration der Heilung und Linderung von Krankheiten in die Algorithmen marktwirtschaftlicher Finanzsysteme führen. Intensiviert wird diese Entwicklung nicht nur durch die Kostenexplosion bei der Entwicklung und Anwendung von neuen diagnostischen und therapeutischen Techniken, sondern auch demografische Veränderung unserer Bevölkerungsstruktur. Unausgesprochen führt dies zur Hinterfragung einer Ethik, die das Wohl des Kranken über Jahrhunderte zu einem Primat unseres kollektiven Bewusstseins gemacht hat. Insbesondere die jungen und gesunden Leistungsträger unserer Gesellschaft sind, nicht zuletzt legitimiert durch den medialen Einfluss der politischen Parteien, zunehmend dazu bereit, diese Perspektive der,,finanziellen Machbarkeit" von Gesundheit zu akzeptieren.

 

Die Europäische Stiftung für Urologie leistet einen Beitrag zum Erhalt von ,,salus aegroti suprema lex" durch die freiwillige Solidarität ihrer Spender mit Erkrankten, deren medizinische Behandlung ansonsten nicht finanzierbar wäre. Dieses Ziel wird einerseits durch die direkte zweckgebundene Unterstützung der Patienten, andererseits durch die individuell selektive Ausbildung von Ärzten aus anderen nationalen und internationalen Institutionen erreicht. Das Fach Urologie eignet sich für ein solches Projekt aus mehreren Gründen besonders gut. Einerseits ist Urologie mit Erkrankungen von Patienten aller Altersklassen, vom Neugeborenen bis zum alten Menschen, konfrontiert, die bei sachgerechter Therapie sehr häufig völlig auszuheilen sind. Beispielsweise zu nennen sind angeborene Fehlbildungen, Unfallfolgen, Tumore und Funktionsstörungen von Organen. Andererseits ist das Fach Urologie ein berufspolitisch gut organisiertes überschaubares Fach, dessen Kompetenz nicht zuletzt auf intensiver nationaler und internationaler Kollegialität und akademischen Erfahrungsaustausch beruht.